Warum wir Sie um Hilfe bitten

Beznau 1 ist das älteste Atomkraftwerk der Welt, und es hat massive Probleme. In seinem Herzstück, dem Reaktordruckbehälter, wurden fast 1000 Schwachstellen entdeckt. Dies ist umso besorgniserregender, weil der Druckbehälter durch den jahrzehntelangen Betrieb bereits geschwächt worden ist: Die Innenwände des Behälters sind durch den Neutronenbeschuss stark versprödet. Beide Faktoren sorgen dafür, dass das Risiko eines Versagens des Herzstücks von Beznau steigt – Folge eines solchen Versagens wäre ein schwerer Atomunfall.

In dieser heiklen Lage wäre es angebracht, dass die AKW-Betreiberin Axpo vollumfänglich und transparent über den genauen Zustand des Druckbehälters informiert. Denn bei einem schweren Atomunfall in Beznau könnten Millionen Menschen in der Umgebung des AKW betroffen sein. Doch die Axpo rückt, wenn überhaupt, nur tröpfchenweise Informationen heraus. Greenpeace Schweiz hat viele Anstrengungen unternommen, um mehr Licht in diese Angelegenheit zu bringen. Doch sie alle blieben ohne Erfolg: Von einem 1000-seitigen Bericht zur Versprödung des Druckbehälters erhielt die Umweltorganisation beispielsweise gerade einmal 50 teilweise geschwärzte Seiten zugestellt. Und das, obwohl der Öffentlichkeitsbeauftragte des Bundes die Herausgabe des Berichts empfohlen hatte.

Die Nicht-Herausgabe des Berichts beschäftigt mittlerweile die Justiz: Der Fall ist vor Bundesverwaltungsgericht hängig. Ob und wann die tausend Seiten mindestens teilweise entschwärzt werden, ist deshalb offen. Bis ein rechtskräftiges Urteil vorliegt, kann es noch lange dauern. Doch die Bevölkerung um das AKW kann nicht so lange warten. Die Axpo möchte Beznau 1 Ende dieses Jahres wieder in Betrieb nehmen. Klarheit darüber, mit welchem Risiko dies verbunden ist, muss schon vorher herrschen. Weil sich die Axpo nicht kooperativ zeigt, sucht Greenpeace Schweiz jetzt nach mutigen Menschen in der Belegschaft der AKW-Betreiberin oder bei anderen Stellen, die Zugriff auf dieses oder andere nicht-öffentliche Dokumente zum Zustand von Beznau haben.

Wenn Sie über solche Unterlagen verfügen, können Sie diese mit dem Formular auf dieser Seite sicher an Greenpeace Schweiz übermitteln. Sie leisten damit einen unschätzbar wertvollen Dienst an der Bevölkerung der Schweiz und des grenznahen Auslands. Lesen Sie aber unbedingt bevor Sie zur Tat schreiten, die folgenden Hinweise.

Datei hochladen

Hier können Sie Ihre Dokumente zum Zustand des AKW Beznau sicher und anonym hochladen. Lesen Sie vor dem Hochladen unbedingt die Informationen auf dieser Seite genau durch.


Wichtige Hinweise

Die Gesellschaft braucht mutige Menschen, die dabei helfen, die Wahrheit ans Licht zu bringen. Mut heisst auch, ein Risiko einzugehen. Und das sollten Sie nur tun, wenn Ihnen die möglichen Konsequenzen bewusst sind. Bitte lesen Sie deshalb die folgenden Hinweise sorgfältig durch, bevor sie Greenpeace Schweiz vertrauliche Dokumente zustellen.

Mögliche berufliche Konsequenzen

  • Ihr Arbeitgeber wird voraussichtlich gar nicht erfreut sein, wenn er von Ihren Handlungen erfahren sollte. Möglicherweise wird er es als Angriff auf das Unternehmen interpretieren und entsprechend gegen Sie in den Kampf treten.
  • Eine Kündigung kann in der Schweiz relativ einfach ausgesprochen werden. Selbst wenn sich diese im Nachhinein als missbräuchlich herausstellen sollte, gibt es im Privatsektor kein Recht darauf, wieder eingestellt zu werden. Maximal kann ein Schadenersatz von 6 Monatslöhnen eingefordert werden. Eine Verletzung der Treuepflicht gegenüber dem Arbeitgeber kann auch zu einer fristlosen Kündigung führen.

Mögliche juristische Konsequenzen

  • Die Weitergabe von vertraulichen Dokumenten des Arbeitgebers kann straf- und zivilrechtliche Folgen haben.
  • Im Arbeitsrecht ist festgehalten, dass ArbeitnehmerInnen eine sogenannte Interessenswahrungs- und Geheimhaltungspflicht gegenüber ihrem Arbeitgeber haben (Art. 321a Abs. 4 OR). Das bedeutet, dass ArbeitnehmerInnen keine Informationen an Dritte weitergeben dürfen, die dem Arbeitgeber schaden könnten. Allerdings sieht die Rechtssprechung eine Ausnahme vor: dann nämlich, wenn höherrangige Interessen Dritter oder der Öffentlichkeit betroffen sind

Überlegen Sie sich deshalb die folgenden Punkte, bevor Sie Dokumente an Greenpeace Schweiz übermitteln:

  • Sprechen Sie mit Ihrer Familie (und/oder nahestehenden Personen) und überlegen Sie, ob die Belastungen, die auf einen Whistleblower zukommen, für Sie, Ihre Familie und Ihr näheres Umfeld zumutbar sind.
  • Legen Sie sich eine Rückzugslinie zurecht. Entscheiden Sie bevor Sie reagieren, wie weit Sie gehen und wo Sie eine Grenze ziehen möchten.
  • Definieren Sie, wo Sie in 1–10 Jahren beruflich stehen möchten. Wie gross ist das Risiko einer Entlassung bei einer Meldung? Und inwieweit verbauen Sie sich Ihre Berufschancen mit einem Gang zu Greenpeace?

Greenpeace Schweiz unterstützt Sie in Ihren Bemühungen und steht Ihnen zur Seite. Wir garantieren einen diskreten und verantwortungsvollen Umgang mit den uns zur Verfügung gestellten Dokumenten.

Ausführliche Informationen zum Thema Whistleblowing finden Sie in diesem Leitfaden von Transparency International Schweiz, aus dem Teile obiger Informationen entnommen sind.

Hinweise zur Übermittlung der Daten

  • Verwenden Sie zur digitalen Übermittlung den Tor-Browser, den Sie hier kostenlos herunterladen können. So wird ihre Identität verschlüsselt, und es werden bei der Übertragung keine Logfiles erstellt, die auf die Herkunft hinweisen.
  • Laden Sie die Dateien nicht von ihrem Arbeitscomputer hoch.

Übermittlung per Post

Es gibt auch die Möglichkeit, uns die Dokumente per Post zu schicken. Verwenden Sie dafür zwei Umschläge. Stecken Sie die Dokumente in ein Couvert mit der Aufschrift «Vertraulich, für Christian Engeli». Dieses stecken Sie in ein zweites Couvert, auf dem nur die Adresse von Greenpeace Schweiz steht:

Greenpeace Schweiz
Postfach 9320
8036 Zürich

oder direkt in unseren Briefkasten:

Badenerstrasse 171
8003 Zürich

Um möglichst grosse Sicherheit zu gewährleisten, schreiben sie die Couverts nicht von Hand an, und versuchen Sie, keine Fingerabdrücke zu hinterlassen.

Bitte lesen Sie auch die folgenden häufigen Fragen zum Thema.

Häufige Fragen

Welche Risiken gehe ich ein, wenn ich Greenpeace Schweiz vertrauliche Daten übermittle?
Die Übermittlung solcher Daten braucht Mut, denn Sie gehen private, berufliche und juristische Risiken ein. Bitte lesen Sie deshalb diese Hinweise sorgfältig durch, bevor Sie aktiv werden.

Was macht Greenpeace Schweiz mit den übermittelten Dokumenten?
Falls Greenpeace Schweiz Dokumente übermittelt werden, werden diese von unseren eigenen und von externen Fachleuten geprüft. Wenn sich die Dokumente als zuverlässig und relevant erweisen, werden wir dafür sorgen, dass die Informationen an die Öffentlichkeit gelangen. Greenpeace wird höchst sorgfältig und vorsichtig mit den erhaltenen Dokumenten umgehen. Insbesondere werden wir darauf achten, dass keine Terror- oder sabotagerelevante Informationen an die Öffentlichkeit gelangen.

Wird Greenpeace Schweiz die Dokumente veröffentlichen?
Greenpeace wird höchst sorgfältig und vorsichtig mit den erhaltenen Dokumenten umgehen. Wie die darin enthaltenen Informationen an die Öffentlichkeit gelangen werden, werden wir im Einzelfall prüfen. Auch wir sind darauf bedacht, die Sicherheit der AKW sowie deren Mitarbeiter zu schützen.

Warum erstreitet Greenpeace die Dokumente nicht auf dem normalen juristischen Weg?
Im Fall des tausendseitigen Berichts zur Versprödung hat sich Greenpeace tatsächlich entschieden, die Herausgabe vor Bundesverwaltungsgericht zu erstreiten. Bis aber in dieser Angelegenheit ein rechtsgültiger Entscheid gefällt ist, wird noch viel Zeit vergehen. Die Axpo will Beznau 1 aber schon Ende 2016 wieder in Betrieb nehmen; das heisst, die Bevölkerung würde – wenn überhaupt – erst lange nach der Wiederinbetriebnahme mehr Informationen zum wahren Zustand des Reaktordruckbehälters erhalten.

Nach was für Informationen sucht Greenpeace genau?
Grundsätzlich nach allen Informationen über den Zustand des AKW Beznau, die für die Öffentlichkeit relevant sind, sprich die Sicherheit des Kraftwerks betreffen. Besonders interessant sind diesbezüglich alle nicht öffentlich zugänglichen Informationen zum Zustand des Reaktordruckbehälters von Beznau 1. Dazu gehört beispielsweise der 1000-seitige Bericht der Axpo «Technische Mitteilung 530-MB11071 Nachweis Absicherung des Werkstoffzustandes der Reaktordruckbehälter 1 0/20JRC 0001 für 60 Betriebsjahre Block 1 und 2» aus dem Jahr 2012 über die Versprödung des Druckbehälters, aber auch sämtliche Untersuchungsberichte aus der laufenden Prüfung des Druckbehälters aufgrund der 2015 entdeckten nahezu tausend Schwachstellen.

Wie wird Greenpeace Schweiz meine Anonymität schützen?
Wir werden alles unternehmen, um zu verhindern, dass unsere Quellen veröffentlicht werden. Auch vor Gericht würden wir uns dagegen wehren, diese Informationen herauszugeben. Wir können aber keine absolute Garantie abgeben, dass Ihre Identität nicht enthüllt wird.

Unser Anliegen kurz erklärt